Am 12.
Dezember 1967 trafen sich 9 Mitarbeiter der Hoechst AG im
Gästehaus des Werks Gendorf, um in Burgkirchen einen
Ballonclub zu gründen. Keiner der an diesem Treffen
beteiligten Personen hatte damals einen Pilotenschein.
Einige hatten noch nie einen Freiballon gesehen. Weder
ein Ballon noch ein Ballonstartplatz waren vorhanden.
Dennoch wurde dieses Treffen zum Startschuß der
Entstehung eines der bedeutendsten Ballonsportvereine der
Bundesrepublik.
Der Grund, warum sich gerade in Burgkirchen ein
Freiballonclub ansiedeln konnte war, daß im Werk Gendorf
bei der Herstellung von Chlor durch Elektrolyse
Wasserstoff als Nebenprodukt anfiel. Dieser war unbedingt
notwendig zum Befüllen von Freiballonen.
Heißluftballone gab es in Europa noch nicht.
Die Möglichkeit aktiven Ballonsport zu betreiben konnte
in jenen Jahren noch ungeahnte Begeisterung entfachen.
Dennoch mußten schier unüberwindliche Hürden
bewältigt werden, bis der Wunschgedanke zur Realität
werden konnte.
Hilfe kam vom Freiballonverein Augsburg, der sich bereit
erklärte, die Neulinge aus Burgkirchen zu
Freiballonführer und Ballonmeister auszubilden. Er war
der einzige Verein in Süddeutschland mit eigenen
Startplatz und einer Gasversorgung. Augsburg galt
weltweit als Hochburg des Ballonsports.
Der damalige Leiter des Werks Gendorf war von dieser
Sportart so begeistert, daß er dem jungen Verein ein
Grundstück mit Gasanschluß zur Verfügung stellte. Eine
glückliche Fügung wollte es, daß Kontakte zum Vorstand
der Mobil Oil
geknüpft werden konnten, die in einem
gesponserten Gasballon gipfelten, so daß zurecht gesagt
werden kann: "Wir wurden mobil mit Mobil!"
Der Landrat eröffnet symbolisch durch Zerschneiden
eines Bandes mit der Schere assistiert von den Gründungsmitgliedern Dr.
Herbert Fitz und Dr. Heinrich Peters den neuen Startplatz in Burgkirchen.
Bereits am 26. Oktober 1968 konnte der neue Startplatz
eröffnet und der eigene Clubballon mit dem Kennzeichen
D-Mobil getauft werden. Begleitet wurde die Tauffahrt des
Mobil-Ballons von 4 weiteren Ballonen aus befreundeten
Vereinen. Eigentlich hätte es eine Wettfahrt werden
sollen. Es war geplant, daß das Ziel nach dem Start
über Funk mitgeteilt wird. Doch ein Funkgerät versagte
seinen Dienst. So wurde aus der Wettfahrt eine zünftige
Freundschaftsfahrt. Die Fahrt mit mehreren Ballonen
gefiel allen Beteiligten so gut, daß man sich
entschloß, diese in Form einer richtigen Wettfahrt
alljährlich zu wiederholen und die zur Tradition
gewordene Oberbayerische Herbstwettfahrt für Gasballone
war geboren.
Im neuen Ballon D-Mobil durften die Geburtshelfer
des Freiballonclubs Salzach-Inn mitfahren;
von lins nach rechts: Erich Märkl (Ausbildungspilot vom
FBV Augsburg), Hans Georg Neumann (Vorstandsvorsitzender
der Mobil Oil), Dr. Schäfer, Dr. Arnold Fischer (Leiter
vom Werk Gendorf)
So sah er aus, unser erster
Ballon.
Er machte insgesamt 309 Fahrten und war 1395 Stunden in
der Luft. Nach der Fahrt am 6. Dezember 1975 mußte er
aus Altersgründen stillgelegt werden. Mit dem Ballon
wurden 1222 Personen befördert.
Nachdem der
Grundstein gelegt worden war, ging es aufwärts im
Freiballonclub Salzach-Inn mit dem neuen Ballon und mit
dem Verein selbst. Die erste Generation hatte mit
Unterstützung des Freiballonvereins Augsburg den
Luftfahrerschein für Freiballonführer erlangt. Dem
Ballon D-Mobil folgten weitere Gasballone. Die
Mitgliederzahl nahm ständig zu und weitere aktive
Clubmitglieder wollten ebenfalls Ballonführer werden.
Der Freiballonclub Salzach-Inn wurde langsam selbständig
und gründete eine Schule für Freiballonführer. Fortan
durfte der Club Piloten selber ausbilden.
Anfang der siebziger Jahre gelangte die Kunde nach
Europa, daß man in den USA erfolgreiche Versuche mit
Heißluftballonen durchgeführt hatte. In England gab es
sogar einen Hersteller, der anfing Heißluftballone zu
bauen. In Deutschland wurde der Heißluftballon zunächst
allgemein mit Skepsis beargwöhnt. Der Freiballonclub
Salzach-Inn war einer der ersten Vereine, die sich auch
für diese Art des Ballonfahrens interessierte. Bereits
im Jahre 1973 konnte der Club einen Heißluftballon,
gesponsert von der
Firma Tyczka sein eigen nennen.
Unser erster Heißluftballon
war einer der ersten in Süddeutschland.
In der BRD gab es zunächst keine Möglichkeit eine
Zulassung für Heißluftballone zu bekommen. Er fuhr
deshalb mit einer englischen Zulassung. Das Kennzeichen
war G-BBLV. Erst 1976 konnte er mit der Kennung D-INN als
deutsches Luftfahrzeug vom Luftfahrtbundesamt zugelassen
werden.
Ein wesentliches Ziel des Freiballonclubs Salzach-Inn ist den Ballonsport
in Form von Wettfahrten zu fördern. Als Ergänzung zur Oberbayerischen Herbstwettfahrt
für Gasballone wurde die Winterwettfahrt für Gasballone eingeführt. Was
noch fehlte, war eine Heißluftballonwettfahrt. In Süddeutschland gab es
nichts Vergleichbares. Darum entstand die Idee eine Süddeutsche Heißluftballonwettfahrt
auszurichten. Da der Startplatz in Burgkirchen zu klein für ein derartiges
Unterfangen war, wurde bei der Segelfluggruppe
in Altötting angefragt, ob wir auf ihrem Gelände zu Gast sein dürften.
Die Süddeutsche Heißluftballonwettfahrt konnte im Jahr 2000 das 25 jährige
Jubiläum zusammen mit den Segelfliegern und Ballonfahrern aus nah und fern
in Altötting feiern. |